Cannabislegalisierung in Deutschland!
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Cannabisanbau

In Deutschland ist der Anbau von Cannabis (Hanf) seit der Bronzezeit nachgewiesen. Cannabissamen wurden als prähistorische Grabbeilagen gefunden, die 500 Jahre älter sind als die erste dokumentierte Verwendung von Hopfen, dem engsten botanischen Verwandten von Cannabis.

Heute ist der Anbau von Cannabis (mit bestimmten, genau definierten Ausnahmen bei THC-armen Sorten für gewerbliche Zwecke) genehmigungspflichtig, d.h. ohne Sondergenehmigung durch das Bundesinstitit für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist der Anbau illegal und kann mit bis zu 5 Jahren Haft oder Geldstrafe bestraft werden. Dennoch bauen jedes Jahr Zigtausende von Cannabiskonsumenten diese Pflanze bei sich zuhause oder draussen im Freiland an.

Cannabissamen
Zur Gewinnung von Cannabis als Genussmittel bzw. medizinische Droge sind spezielle Samen erforderlich, deren Erwerb, Besitz und Handel seit Februar 1998 in Deutschland illegal ist. Trotzdem sind diese Samen weiterhin erhältlich - zur Not im benachbarten Ausland. So fallen Hanfsamen etwa in den Niederlanden, der Schweiz, in Österreich, Italien, Großbritannien, Schweden und in Spanien nicht unter dortige Drogengesetze. Ihre Einfuhr nach Deutschland ist jedoch strafbar.

Zubehör und Informationen
Seit der Cannabisanbau Ende der 70er in den USA populär wurde, sind zahlreiche Fachbücher dazu erschienen, von denen auch viele ins Deutsche übersetzt wurden. Lampen, Bewässerungsanlagen und Dünger sind entweder in Gartengeschäften oder von speziellen Growshops erhältlich. Zahlreiche Websites im World Wide Web befassen sich mit dem Anbau. Dort tauschen Neulinge und erfahrene Gärtner Tipps und Erfahrungen aus.

Anbau und Ernte
Beim Anbau im Freien wird zwischen Mai und Juni ausgesäht und zwischen September und Oktober geerntet. Beim Anbau unter Kunstlicht kann unabhängig von der Jahreszeit und der Witterung mehrmals pro Jahr geerntet werden, wobei auch Sorten angebaut werden können, die in freier Natur nur in tropischen Gegenden gedeihen. Geerntet werden nur die weiblichen Pflanzen, die die begehrten Blüten liefern, die je nach Sorte und Anbaubedingungen zwischen 3 und 11 Prozent THC enthalten. Falls der Anbau entdeckt wird, drohen umso höhere Strafen, je weiter der Anbau fortgeschritten ist, u.a. weil sich das Strafmaß auch nach der Gesamtmenge THC richtet. Ab 7,5g THC spricht man von einer "nicht geringen Menge", wo bestimmte Mindeststrafen vorgeschrieben sind.

Gründe für den Eigenanbau
Obwohl der Anbau im Falle des Erwischtwerdens vielfach zu schwereren Strafen führt als der regelmäßige Erwerb geringer Mengen, gehen Tausende von Konsumenten dieses Risiko aus den folgenden Gründen ein:

  • Die Qualität der selbst angebauten Pflanzen ist kontrollierbar. Importiertes Cannabisharz (Haschisch) aus dem Schwarzmarkt kann die unterschiedlichsten Beimengungen enthalten, von denen manche sehr gesundheitsschädlich sind.
  • Wer nie einkaufen muss, geht kein Risiko ein, von seinem Lieferanten bei der Polizei denunziert zu werden. Oft nennen Dealer, die der Polizei ins Netz gehen Namen, um sich durch einen Beitrag zur Aufklärung weiterer Delikte eine Strafmilderung zu verschaffen. Da sie mehr Abnehmer als Lieferanten kennen, ist es für sie am einfachsten, ihre Kunden zu nennen, vor allem die regelmäßigen Abnehmer unter ihnen, die vielleicht auch Sammeleinkäufe tätigen.
  • Staatliche Verfolgungsmaßnahmen führen zu schwankender Verfügbarkeit und wechselnder Qualität auf dem Schwarzmarkt. Wer selbst anbaut, muß keinen Engpass befürchten wenn ein Dealer gefasst wird und kann immer jene Sorten konsumieren, die er persönlich bevorzugt.
  • Eine wichtige Rolle spielt auch der relativ hohe Schwarzmarktpreis von Cannabis. Dieser hat seinen Anbau selbst unter Lampen rentabel gemacht, wo hohe Stromkosten anfallen. Eine für einen Quadratmeter Garten ausreichende Speziallampe verbraucht etwa 5 kWh Strom pro Tag. Experten schätzen, dass diese Fläche etwa 150 bis 300 Gramm Cannabis pro Ernte liefert. Geerntet werden kann 2 bis 4 mal pro Jahr. Das heisst, dass zur Gewinnung eines Gramms Cannabis von der Saat bis zur Ernte etwa 3 kWh zum Preis von ca. 50 Cent verbraucht werden. Der derzeitige Endkundenpreis beträgt jedoch etwa das Zehnfache davon. Diese mögliche Gewinnspanne führt dazu, dass manche Anbauer auch für den Freundeskreis mitproduzieren und Geld damit verdienen. Werden sie jedoch erwischt, drohen ihnen besonders schwere Strafen.
ACHTUNG: Die Aufzählung dieser Gründe soll kein Aufruf zum unerlaubten Anbau darstellen, der zu schweren Strafen führen kann. Wir wollen damit lediglich darlegen, wie der Staat durch die Bekämpfung des Handels selbst ungewollt den Eigenanbau fördert.

Cannabisanbau und Recht

Artikel zu legalem und illegalem Cannabisanbau:
Hamburg: Dreieinhalb Jahre für Gärtner [CLN#137, 05.12.2003]
Brandenburg: Drei Jahre Haft für Anbau [CLN#137, 05.12.2003]
Südafrika: "Dagga" ernährt Kleinbauern [CLN#122, 08.08.2003]
Marokko: Cannabisanbau ernährt 1 Million [CLN#112, 30.05.2003]
Cannabisexportland Deutschland [CLN#107, 25.04.2003]
Niederlande regeln Cannabisanbau für Apotheken [CLN#102, 21.03.2003]
Großbritannien: "Homegrown" überholt Marokko [CLN#102, 21.03.2003]
Sachsen: 1300 Cannabispflanzen unter Lampen [CLN#101, 14.03.2003]
Brandenburg: 4000 Cannabispflanzen gefunden [CLN#97, 14.02.2003]
USA: Universität will Cannabis anbauen [CLN#91, 27.12.2002]
Frankreich und Deutschland: Der Eigenanbau blüht [CLN#78, 27.09.2002]
NL: Gesundheitsministerium gibt Cannabisanbau in Auftrag [CLN#50, 22.02.2002]

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